Page 8 - Gehaltvoll 3.1
P. 8
Was vier „Vielbeschäftigte“
mit dieser Ausgabe erlebt
haben....
nehmen, dieses Recht nehme ich
mir schon seit vielen Jahren fast
täglich. Meine Kinder mussten
von klein auf lernen, dass diese
halbe Stunde am Mittag nur mir
gehört. Auch Freunde haben es
gelernt und zu anderen Zeiten
angerufen.
Im 5. Pavillon stellte ich fest,
dass ich meine stärkenden Ni-
schen sehr vernachlässigt habe.
Schon als Kind haben mich Pa- Die will ich wieder zurücker- „Ist das Arbeit?“, fragte mich mei-
villons fasziniert. obern. ne Frau, als ich mich ans Durch-
Ein geheimnisvoller Rückzugs- So habe ich alle Pavillons be- sehen der neuen ge|halt|voll-
ort, ein privilegierter Platz, ein sucht, stellte fest, dass ich in Ausgabe machen wollte. „Nein,
schöner Aussichtsplatz auf einer meinem Leben auch viele die- Inspiration“, antwortete ich voll
Wanderung oder einfach ein ser Rückzugsorte kennengelernt Erwartung. – Als Journalist bin
Platz zum Träumen. habe und dass jede Zeit unter- ich ständig mit Texten beschäf-
Und in dieser Ausgabe gibt es so schiedliche Lieblingsplätze hat. tigt – im Hauptberuf und Eh-
spannende Pavillons. Ich bin sehr angeregt, nach den renamt. Ein Grund, weshalb ich
So bin ich von Pavillon zu Pa- aktuellen Pavillons in meinem auch manchmal genug von Tex-
villon gewandert und habe mich Leben Ausschau zu halten. ten habe …
inspirieren lassen. Vielen Dank für diese „ruhevol- Doch ge|halt|voll ist anders.
Im ersten Pavillon entdeckte ich le“ Ausgabe. Als Mann des gedruckten Wor-
das Geräusch des Meeres. Das tes habe ich mir den Ausdruck
bringt mich sofort in Tiefenent- Karin Eisner, Detmold auf die Busfahrt zur Arbeit mit-
spannung – mein liebster Platz, genommen (da habe ich mal
um zur Ruhe zu kommen. Lei- Ruhe zum genießenden Lesen).
der viel zu selten. Doch der Ausdruck ist ja nicht
Im zweiten Pavillon war es das mal die halbe Miete. Multime-
Gedicht über den Mittagsschlaf. dial sitze ich also wieder vor dem
Es ist mir aus dem Herzen ge- PC und klicke auf Links– kann
sprochen, einfach köstlich. da Ruhe einkehren? Tatsächlich
Auch wenn meine Beschäfti- ertappe ich mich dabei, es per-
gung als Hausfrau, Mutter, Phy- fekt machen zu wollen – alles zu
siotherapeutin, Mitarbeiterin lesen, zu hören, anzuschauen.
im Büro meines Mannes und in Doch wie so oft, liegt der Ge-
der Gemeinde und die nicht zu winn darin, vieles wegzulassen
ändernden äußeren Umstände – es geht schließlich um Ruhe!
manchmal viel Zeit in Anspruch Wo führen mich diese Impulse
8